Mitläufer
Regie: Noam Brusilovski
«Mitläufer» erkundet die Geschichte des Residenztheaters während der NS-Diktatur. In den Blick rücken die ambivalenten Biografien der Intendanten Walleck und Golling und des Dramaturgen Langenbeck. In der Auseinandersetzung mit diesen eröffnen sich Fragen der Verantwortung, Macht, Schuld, Opportunismus – und deren Leugnung nach 1945.
Ich heb dir die Welt aus den Angeln
Regie: Kathrin Herm
Olga Benario glaubt daran, etwas verändern zu können. 1925 verlässt sie ihr Münchner Zuhause und zieht ins „rote Neukölln“. Sie wird Propaganda-Chefin der Kommunistischen Jugendbewegung, wird Komintern-Agentin in der Sowjetunion und schließlich Leibwächterin von Luiz Carlos Prestes, dem Anführer der brasilianischen Revolution.
Das künstlerische Team um die Regisseurin Kathrin Herm und die Komponistin Dariya Maminova entwickelt eine vielstimmige Erzählung über diese außergewöhnliche Frau. Die vier Darstellenden und Musizierenden nähern sich schlaglichtartig den vielfältigen Facetten einer Frau, die bis zuletzt gegen Ungerechtigkeit gekämpft hat. So entsteht zwischen zeitgenössischer Komposition, neuen Songs und Arbeiterliedern ein musikalisches Theater, das 100 Jahre überbrückt.
Neuköllner Oper 2022






Nicht sehen
Regie: Noam Brusilovski
Wie konnten Methoden der Heilung und Therapie jahrzehntelang zum Missbrauch an Kindern und Jugendlichen genutzt werden? In Kärnten lautete die Antwort: durch Ignoranz, Gleichgültigkeit und institutionalisiertes Wegsehen.
Das Sichtbare und das Unsichtbare sowie die Möglichkeit, davon zu erzählen, stehen im Mittelpunkt der dokumentarischen Inszenierung, in der Schauspieler*innen, Einwohner*innen der Stadt und Jugendliche aus dem Theaterspielclub des Stadttheaters mitwirken.
So entsteht ein Spiel zwischen dem, was zu sehen und was zu hören ist – zwischen dem, was man zu wissen glaubt und dem, was man nur ahnen kann.


Wetterleuchten: Eine Probe in fünf Akten
Video: Kornelia Kugler, Tin Wilke
Regie: Simone Dede Ayivi
Wer macht eigentlich die magischen Momente im Theater?
Bühnentechniker*innen, Schlosser*innen, Beleuchtungsmeister*innen, Tonabteilungen und viele mehr machen Regen auf der Bühne, leuchten Dinge, die nicht da sind, zeigen Orte, von denen wir träumen.
Dabei tragen Theatermitarbeiter*innen meistens schwarz, damit man sie nicht sieht, wenn sie über die Bühne huschen. In WETTERLEUCHTEN rücken wir die Stimmen der Hinterbühne ins Scheinwerferlicht.
Ist Wetter machen ein 9 to 5 Job? Was ist eine Soufflage und wie schnell fährt eine Drehbühne? Das Video führt uns in den Kostümfundus, die Sonne wird einmal auf und unter gehen, es wird schneien und es wird ein Witz erzählt!
Theater Oberhausen 2022
Einmeterfünfzig
Video for Rainald Grebe
Die letzte Vorstellung im Schauspielhaus liegt Monate zurück. Die Bühnen sind leer, die Garderoben verwaist, durch die Werkstätten zirkuliert der Notstrom, im Fundus bröckelt Mörtel auf die Kostüme. Und kein Pförtner sitzt am angestammten Platz! Nur im „Bauch“ des Hauses rumort es. Ein Hubpodium setzt sich in Bewegung, darauf eine kleine Gruppe spielwütiger Schauspieler. Es sind die letzten ihrer Art, von allen verlassen, selbst vom Publikum.
Staatsschauspiel Dresden, 2020
Die Reise. Ein Trip
Video: Tin Wilke
Regie: Kathrin Herm ‧₊˚✧ Bühne: Mirjam Stängl ‧₊˚✧ Musik: Pola Schulten
tangent.COLLABORATIONS takes Vesper’s “novel essay” on a journey and makes this monster of a text tangible with three actors in a multimedia stage performance. Various places, situations and time levels interweave to form a dense web of childhood memories, lucid and megalomaniac social analyses and a consciousness-altering horror trip. Because: “Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.”
Werk X, Vienna, 2020



Orlando
Regie: Katie Mitchell
Live camera: Tin Wilke, Sebastian Pircher, Nadja Krüger
Orlando durchlebt vier Jahrhunderte britischer und europäischer Menschheitsgeschichte. Mann, Frau, muss Orlando sich überhaupt entscheiden? Orlando erlebt, wie Menschen, Natur, Systeme und Regime sich in einem ständigen Wandlungsprozess befinden; Sitten, Gebräuche und Vorstellungen davon, was ein Mann, was eine Frau zu tun haben, was richtig und was falsch ist, worüber ein Künstler schreiben soll, worüber eine Frau nachdenken darf, sich ständig verändern. Orlando erlebt, wie sich das Wetter wandelt und das politische Klima, wie sich Begehren und Geschlechterrollen entwickeln. Orlando schaut auf Menschen, die für Natur halten, was in Wahrheit doch menschengemacht ist.
Virginia Woolf schrieb mit ihrer Biografie von Orlando eine Lebensbeschreibung, die alle starren Kategorien mit Leichtigkeit und künstlerischer Freiheit unterläuft, neu mit Bedeutung auflädt oder als fluide vorführt. Spielerisch verwebt sie Leben und Kunst, Realität und Fiktion miteinander zu einem visionären Werk. Sie schuf eine_n der schillerndsten Held_innen der Literaturgeschichte, deren Überfülle an Identitäten jedwede enge Zuschreibung und starre Kategorisierung sprengt.
Katie Mitchell und Alice Birch untersuchen in einer Inszenierung, die Bühnengeschehen und Live-Video miteinander verbindet, Orlandos queere Reise durch die verschiedenen Jahrhunderte patriarchaler Menschheitsgeschichte.
Eartha´s Guide to everyday Living
Video for N.E.W. + Guests
Afro-american singer performer Eartha Kitt as Catwoman in the 1960s white, male TV series ‚Batman’ was the trigger to make this show.
We found her to be an iconic figure of female empowerment which took us, six female artists, on individual journeys making 4 chapters, gradually finding a collective super power on the way.
fontane.200
Video for Rainald Grebe
In Neuruppin ist die Vorfreude groß: Theodor Fontanes zweihundertster Geburtstag im Jubiläumsjahr 2019 rückt näher und näher. Ausschüsse werden gegründet und Pläne geschmiedet. Die Planungskommission von »fontane.200« schreibt in ihrem Konzeptpapier: »Die Fokussierung des Blickes auf Fontane wird eine Fokussierung des Blickes auf das Land Brandenburg erzeugen.« Doch wie genau soll das gelingen?
Schatten (Eurydike sagt)
Regie: Katie Mitchell
Live camera: Tin Wilke & Nadja Krüger
Eurydike kehrt aus dem Reich des Todes zurück ins Leben. Orpheus, der gefeierte Sänger, führt sie zurück durch Tunnel, über düstere Korridore, dunkle Aufzugschächte hinauf und fährt sie durch endlose, leere unterirdische Straßen. Während ihrer Reise erinnert sie sich, wie sie zu Lebzeiten als Autorin stets im Schatten ihres Geliebten Orpheus stand, in einer Gesellschaft, die für sie keinen eigenständigen Platz vorgesehen hatte. Je näher sie dem Ende ihrer Reise kommt, desto klarer wird sie sich über die Tatsache, dass ihr die schattenhafte Nicht-Existenz im Jenseits viel lieber ist, als ein fremdbestimmtes Leben im Körper einer Frau.
Schaubühne Berlin 2016



